Cabrera

Die Ziegeninsel im Süden Mallorcas

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    Cova Azul - die blaue Grotte
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    Küste von Cabrera
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    Strand von Cabrera

Die einsame Schönheit mit vielen zu entdeckenden Naturschätzen

Wie Mallorca vor vielen Jahrzehnten

Auf den ersten Blick wirkt Cabrera etwas karg und langweilig. Es gibt hier nicht viel. Ein Museum, eine Burg, ein paar wenige Häuser. Weder Hotels, noch Autos oder andere motorisierte Gefährte findet man hier. Lediglich ein einziges Lokal, in dem man essen kann, gibt es direkt im Hafen. Der Grund ist ganz einfach: Cabrera ist ein großes Naturschutzgebiet für Vögel und viele andere Tiere.

Lediglich 20 Menschen leben hier, abgeschieden von der großen Mutterinsel Mallorca. Nur ein paar Touristen verirren sich in den warmen Monaten hier her. Dass es nicht zu viele werden, dafür sorgt die Balearische Regierung, denn der Zugang wird stark begrenzt. Maximal 300 Personen dürfen die Insel pro Tag betreten.

Sogar viele Mallorquiner waren noch nie persönlich auf der Insel. Wer hier lebt, muss die Einsamkeit mögen, denn zwischen Herbst und Frühling kommen oft wochenlang keine fremden Menschen hier her.

Ankunft auf Cabrera

Cabrera Hafeneinfahrt

Die Überfahrt nach Cabrera dauert mit dem Speedboot ca. 30 bis 40 und den etwas größeren Booten 70 bis 80 Minuten. Früh morgens können Sie mit etwas Glück sogar Delfine sehen, die das Mittelmeer flink und majestätisch zugleich durchkreuzen.

Schon bei der Einfahrt in den Hafen von Cabrera, ändert sich spürbar etwas. Der Wind des offenen Meeres hat in dem natürlichen Hafenbecken keine Chance. Es wird ruhig und der Bootsführer drosselt den Motor, um das natürliche Ökosystem des Hafens nicht zu stören. Es wird wärmer und fast windstill. Man fühlt sich irgendwie direkt "angekommen". Die ruhige Atmosphäre Cabreras nimmt einen direkt ein.

Am Hafen angelegt, werden Sie kurz instruiert, welche Dinge Sie auf Cabrera zu tun und zu lassen haben. Das Ökosystem von Cabrera ist empfindlich und wird als Nationalpark streng bewacht. Müll muss zwingend wieder mitgenommen werden. Nichts Mitgebrachtes darf auf der Insel bleiben. Es gibt hier keine Mülleimer. Leider gibt es trotzdem genügend Touristen, die hier überall Kippenstummel oder sonstigen Müll fallen lassen, obwohl das Rauchen auf Cabrera nur an zwei Stellen gestattet ist. Wer meint, sich hier daneben benehmen zu können und die Natur nicht schätzt, ist hier Fehl am Platz und sollte zu Hause bleiben.

Cabreras Vergangenheit

Cabrera ist wie Mallorca vor vielen, vielen Jahrzehnten. Ursprünglich, natürlich… ruhig. Genau genommen ist Cabrera keine einzelne Insel, sondern besteht auf knapp 20 kleinen Inselchen, wovon aber nur die größte betreten wird.

Vor knapp 10.000 Jahren lag der Meeresspiegel im Mittelmeer noch knapp 40 Meter tiefer und eine Sandbank verband Mallorca mit Cabrera. Viele Pflanzen und Tiere, die in dieser Zeit nach Cabrera übersiedelten, gibt es dort noch heute. Andere entwickelten sich weiter und sind heute endemisch. Sie kommen also nur hier auf Cabrera vor.

Ihren Namen hat die Insel von den zahlreichen Ziegen, die hier einst hausten. Die Römer hatten Sie damals ausgesetzt, um sie als „Reiseproviant“ zu nutzen. Weil sie das empfindliche Ökosystem zu zerstören drohten, wurden sie von der Insel entfernt. Seitdem leben hier einheimische Tiere, von denen einige endemisch sind, also nur hier vorkommen und sonst nirgendwo.

Wandern auf Cabrera

Wanderer kommen auf der Insel Cabrera voll auf ihre Kosten. Achten Sie darauf, welche Route Sie nehmen. Es gibt frei zugängliche Wanderrouten und solche, die Sie nur in Begleitung eines Guides begehen dürfen. Die begehbaren Routen sind gut ausgeschildert.

Cabrera war lange Zeit eine Pirateninsel. Bis in 20. Jahrhundert versteckten Schmuggler hier ihre Waren.  Nehmen Sie ausreichend Wasser und Proviant mit, denn auf Cabrera gibt es wenig Schatten. 

Vom Hafen aus führt ein Wanderweg bis hoch zum Castillo de Cabrera. Unterwegs ist man ca. eine halbe Stunde, festes Schuhwerk wird vorausgesetzt. Flip Flops sind für den Aufstieg weniger geeignet. Ursprünglich wurde das Castillo im 14. Jahrhundert gegen Piratenangriffe errichtet.

Der Turm des Castillos von Cabrera ist das erste Zwischenziel. Dort angekommen, bietet sich eine herrliche Rundumsicht auf das natürliche, kreisrunde Hafenbecken von Cabrera. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sich durch die enge Wendeltreppe zwängen, denn es gibt nur diesen einen Zugang zum Castillo. An klaren Tagen können Sie hier bis nach Mallorca und Ibiza schauen.

Weiter geht es zum Museum "Es Celler", welches bei unserer Ankunft noch geschlossen war. Wahrscheinlich war es noch zu früh, denn wir hatten die erste Überfahrt des Tages gebucht. Hinter dem Museum gibt es einen kleinen, botanischen Garten, wo ausschließlich Pflanzen zu sehen sind, die nur auf Cabrera vorkommen.

Strand von Cabrera - ein Schnorchelparadies!

Cabrera Strand

Schon bei der Ankunft im Hafen wird auf den Sandstrand direkt im Hafenbecken hingewiesen, zu dem es die meisten Touristen dann auch zieht. Wer früh morgens die erste Tour nach Cabrera bucht, hat anfangs noch Glück und ist quasi allein am Strand. Mit der Zeit wird dieser aber recht voll. Der Sand war erschreckenderweise mit relativ viel kleinen Plastikstücken, Kippenstummeln und anderem Abfall versetzt. Schade, dass die Umweltverschwutzung vor diesem herrlichen Flecken Erde keinen Halt macht.

Das echte Highlight des Strandes finden Sie allerdings erst unterwasser. Nehmen Sie unbedingt eine Schnorchelausrüstung mit! Schon beim hineinlaufen in das seichte Wasser entdecken Sie mit bloßem Auge große, prächtige Fische direkt vor Ihren Augen.

Beim Eintauchen ins kühle Nass werden Sie dann erst Recht staunen. So zahlreiche Fischschwärme, direkt vor Ihrer Nase! Im flachen und besonders klaren Wasser, können Sie stundenlang schnorcheln und dabei verschiedenste Fischarten entdecken. Tipp: Mit den Schwimmflossen etwas vom "Staub" vom Boden aufwirbeln. Das lockt zahlreiche Fische an, die Sie dann aus nächster Nähe besonders gut beobachten können.

Ökosystem von Cabrera

Cabrera Ökosystem

Zahlreiche Tiere und Pflanzen, die auf Cabrera vorkommen, gibt es nur hier. Es gibt unzählige Eidechsenarten, aber auch Wildkaninchen, Ginsterkatzen und Fledermäuse. Unterwasser ist die Fauna sogar noch wesentlich artenreicher und wesentlich ursprünglicher, als in anderen Mittelmeeregionen. Hier gibt es Tiere, die in anderen Regionen des Mittelmeers kaum noch anzutreffen sind. Dazu zählen Wale, Delfine und Meeresschildkröten.

In den unzähligen Unterwasserhöhlen an den Küsten gibt es eine Vielzahl von Fischarten und Korallen. Nehmen Sie unbedingt eine Schnorchelausrüstung mit! Das Wasser um Cabrera ist besonders klar, weil durch die wenigen Niederschläge auf der Insel, kaum Sedimente ins Meer gespült werden. Hier hat man Sichtweiten bis zu 50 Metern!

Blaue Grotte Cabrera

Besonders gut geeignet zum Schnorcheln ist die Cova Azul, die blaue Grotte. Hier bietet sich ein unwahrscheinlich schöne Lichtspiel, dass das Meer in ein tiefes Blau färbt. So etwas hat wohl kaum jemand vorher gesehen!

Anreise und Tickets nach Cabrera

Zur Insel gelangt man am besten vom Ort Colònia de Sant Jordi aus. Es gibt direkt am Hafen zwei Anbieter, die sich eine Verkaufsbude teilen. Von dort kann man die Touren buchen. Tipp: Vergleichen Sie die Preise, es gibt manchmal Sonderangebote (z.B: ab 35€ für die einfache Fahrt zur Insel).

Außerdem ist es empfehlenswert, die Tour mit den kleineren Speedbooten zu buchen. So ist man nicht nur schneller als mit den großen Booten, sondern die Tour wird auch angenehmer.

Die Touren können auch online gebucht werden:

  1. Anbieter: www.excursionsacabrera.es
  2. Anbieter: www.marcabrera.com
  3. Bei GetYourGuide.de eine Tagestour mit dem Segelschiff.

Auf dem 10 km langen Weg kann man mit etwas Glück Delfine beobachten, die den Weg kreuzen.

Wer auf eigene Faust mit dem Boot zur Insel möchte, braucht dafür eine staatliche Genehmigung, die vorher rechtzeitig beantragt werden muss. Ankern darf man im gesamten Nationalpark nicht. Nur im Hafen gibt es spezielle Bojen, an denen man sein Boot festmachen kann - pro Tag allerdings maximal 50 an der Zahl.

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